Was Liebe
wirklich ist.
Gesprochen von Andrea Schmidt · ca. 6 Minuten
Was wenn Liebe sich nicht nach wilden Schmetterlingen anfuehlt? Nicht nach unaushaltbarer Sehnsucht? Nicht nach Drama und Achterbahn? Was wenn echte Liebe sich nach Frieden anfuehlt? Nach innerer Ruhe. Nach Gewissheit. Ohne Zweifel. Ohne Verhandlung.
Die meisten Menschen haben ein Bild von Liebe das sie irgendwo aufgenommen haben. Aus Filmen. Aus Geschichten. Aus ersten Beziehungen. Dieses Bild sagt: Liebe muss sich intensiv anfuehlen. Muss aufwuehlen. Muss manchmal kaum auszuhalten sein.
Was wenn dieses Bild falsch ist? Was wenn das was wir Liebe nennen oft etwas anderes ist? Abhaengigkeit. Gewohnheit. Wiederholung. Und wahre Liebe sich voellig anders anfuehlt als wir dachten?
Liebe als Zustand statt Gefuehl
Liebe ist kein Gefuehl das kommt und geht. Sie ist ein Zustand. Sein statt haben. Wer Liebe als Besitz versteht wird sie immer verlieren. Wer sie als inneren Zustand versteht traegt sie in sich. Unabhaengig vom anderen.
Abhaengigkeit fragt: Brauchst du mich noch? Liebe fragt: Bist du gluecklich?
Abhaengigkeit haelt fest. Liebe laesst frei. Nicht weil ihr egal ist was mit dem anderen passiert. Sondern weil sie vertraut. Weil sie nicht besitzen muss um zu lieben.
Was die eigene Reise vorbereitet
Wer noch voller ungeklaerter Muster ist wer Liebe hauptsaechlich sucht um eine innere Leere zu fuellen wird immer wieder dieselben Beziehungen anziehen. Neue Buehne. Neues Gesicht. Dasselbe Muster.
Das ist keine Schwaeche. Es ist eine Gesetzmassigkeit. Das Nervensystem zieht an was es kennt. Auch wenn es schmerzt. Weil Vertrautes sicher wirkt. Auch wenn es das nicht ist.
Was sich veraendert wenn wir innerlich wachsen ist nicht nur wie wir uns fuehlen. Es veraendert sich was wir anziehen. Wer sich klaert wird von anderen angesprochen. Nicht weil er anders sucht. Weil er anders ist.
Wie sich wahre Liebe wirklich anfuehlt
Ich kenne den Moment. Es war kein Feuerwerk. Keine Achterbahn. Es war ein inneres Wissen. Still. Klar. Ohne Zweifel. Er ist mein Mann.
Kein Bauch der sich meldete. Kein Kopf der verhandelte. Keine Gedankenschleifen. Nur diese ruhige Gewissheit. Die einfach da war.
Ich wusste vorher was mir wichtig ist. Was ich nicht mehr will. Was ich mir wuensche. Nicht als Liste. Als innere Klarheit. Und als wir uns begegneten passte es. Ohne Verhandlung.
Wir beide waren einige Jahre allein gewesen. Hatten unsere eigene Reise gemacht. Waren bei uns selbst angekommen. Im Frieden mit uns. Nicht auf der Suche. Und dann fuehrte das Leben zusammen.
Es gab ein ruhiges Verliebtsein. Keine wilden Schmetterlinge. Vermissen ja. Aber ruhig. Als waere alles genau so wie es sein soll.
Pseudo-Liebe und Projektion
Viele Menschen lieben nicht. Sie projizieren. Sie sehen im anderen was sie sich wuenschen. Was sie selbst nicht haben. Was sie gerne waeren. Und nennen das Liebe.
Carl Jung nannte das Projektion. Wir uebertragen unsere inneren Bilder auf den anderen. Idealisieren. Erwaerten. Fordern. Und wenn der andere dieses Bild nicht erfuellt beginnt die Enttaeuschung. Der Streit. Das Drama.
Pseudo-Liebe fuehlt sich am Anfang intensiv an. Schmetterlinge. Sehnsucht. Unaushaltbares Verlangen. Das ist kein Zeichen von Tiefe. Es ist oft ein Zeichen von Projektion. Von unerfuellten inneren Beduerfnissen die der andere kurz zu stillen scheint.
Sobald die Projektion faellt siehst du den echten Menschen. Und dann entscheidet sich ob da noch etwas ist. Oder ob es die Projektion war die geliebt wurde. Nicht der Mensch.
Was dafuer noetig ist
Echte Liebe braucht Vorbereitung. Nicht im Sinne von Planung. Sondern im Sinne von innerer Arbeit.
Den Keller aufsuchen. Die eigenen Muster kennen. Die Leere fuellen bevor jemand anderes sie fuellen soll. Und dann aus Fuelle heraus begegnen. Nicht aus Not.
Zwei ganze Menschen. Nicht zwei halbe die sich gegenseitig ergaenzen. Zwei ganze die sich bereichern. Aus Wahl. Nicht aus Angst.
Warum Beziehungen so oft scheitern und was sie praegt habe ich im fuenften Beitrag beschrieben: Wenn Beziehungen funktionieren statt lieben.
Nicht nach der naechsten Beziehung. Sondern nach dem was davor kommt. Dem Weg zu dir selbst. Dem Frieden mit dir. Das Erstgespraech ist kostenfrei. Ich freue mich auf dich.
Erstgespraech anfragen →
